Schutzkonzepte
Die bayerischen Staatswälder sind reich an Naturschätzen. Damit das so bleibt ist es eins unserer wichtigsten Anliegen, geeignete Lebensbedingungen und Rückzugsgebiete für die geschützten Tier- und Pflanzenarten bereitzustellen.
Natürlich werden die gesetzlichen Bestimmungen, Richtlinien und Verordnungen dabei eingehalten. Unser Anspruch „Nachhaltig wirtschaften“ bedeutet auch, dass nichts unternommen wird, was schützenswerte Einzelflächen und Biotope zerstören oder beeinträchtigen würde. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Erhaltungsziele in den Natura 2000-Gebieten. Das Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten gibt für alle Unternehmensteile und deren Beschäftigten einen verbindlichen Rahmen vor.
Im Totholz wimmelt es vor Leben.
Manchmal besteht die wirksamste Schutzmaßnahme darin, gar nichts zu tun. Totes Holz gehört zum natürlichen Lebenskreislauf unserer Wälder. Nadelholz oder Laubholz, stehend oder liegend, frisch abgestorben oder vermodert – als eines der ökologisch wichtigsten Strukturelemente des Waldes bietet Lebensraum für eine Fülle von Arten: Vögel, Kleinsäuger, Insekten und Amphibien finden hier ihre Nahrung und ihren Lebensraum. In Zahlen: Etwa 1.350 Käferarten und 1.500 Großpilzarten zählen in Mitteleuropa zu den Totholz-Bewohnern. Im Einklang mit unseren naturnahen Bewirtschaftungsgrundsätzen lassen wir deshalb totes Holz in ausreichender Menge in unterschiedlicher Dimension liegen.
Artenschutz im „Grünen Drittel“.
Das „Grüne Drittel“ des Freistaates ist auch heute noch ein sehr naturnahes Ökosystem. Und das inmitten einer dicht besiedelten Landschaft. Mit naturnaher Forstwirtschaft und gezieltem Arten- und Biotopschutz tragen wir großflächig dazu bei, dass viele seltene bzw. geschützte Tier- und Pflanzenarten in den bayerischen Staatswäldern geeignete Lebensbedingungen und Rückzugsgebiete finden.
Dazu gehört die vorrangige Förderung natürlich vorkommender Baumarten und generell die Erhaltung der Laubwälder. Ein gemischter, gestufter Wald mit seltenen Baumarten wie Elsbeere, Speierling und Eibe ist ein weiteres wichtiges Artenschutz-Instrument. Ebenso die natürliche Waldverjüngung – also die Chance für die Bäume, sich selbst fortzupflanzen und nach und nach die Altbestände zu ersetzen. Wo neu gepflanzt wird, werden Forstpflanzen mit geeigneter Herkunft gewählt. Zuletzt sind zu nennen die Bewahrung von Totholz und von Brut- und Höhlenbäumen. In 152 Naturwaldreservaten mit einer Gesamtfläche von rd. 6 100 Hektar und vielen Naturschutzgebieten bewahren wir die Natur vor Eingriffen. Aktiv gestalten wir Lebensräume neu, z.B. durch die Anlage von Feuchtbiotopen und die Förderung der Waldränder.
Moorrenaturierung. Dem Land sein Gesicht wiedergeben.
Die Moore mit ihrer enormen Wasserspeicherfähigkeit haben einen bedeutenden Einfluss auf den Wasserhaushalt des Landes. Noch dazu sind sie ein prägendes Landschaftselement und ein wichtiges Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten. Im Zuge des Torfabbaus wurden im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Moore entwässert. Zur aktiven Renaturierung der Moorflächen ergreifen die Bayerischen Staatsforsten heute eine Reihe von Maßnahmen:
- Erhaltung. Natürliche Moorbereiche werden möglichst erhalten.
- Punktuelle bzw. flächige Moorpflege. Gezielte Einstaumaßnahmen und flächige bzw. punktuelle Pflege sollen die fortschreitende Bewaldung auf entwässerten und sekundär bewaldeten Hochmooren stoppen und wieder umkehren.
- Moorwaldstrukturpflege. Durch Entwässerung und Waldnutzung stark veränderte Moorwaldflächen werden durch Pflegemaßnahmen – zum Teil auch Vernässung – in einen möglichst naturnahen Zustand gebracht.
- Moorrenaturierung auf Teilflächen. Wiedervernässung und waldbauliche Eingriffe beschränken sich auf Teilflächen, die keine starken Höhen- und Gefälleunterschiede aufweisen.
- Moorrenaturierung auf gesamter Fläche. Auf allen noch aktiven Torfgewinnungsflächen soll der Torfabbau in den nächsten Jahren beendet werden. Als Alternative kann das Abbauverfahren so umgestellt werden, dass die Wiedervernässung auf der ganzen Fläche gewährleistet ist.

