Eine feuchte Angelegenheit
Bayerischen Staatsforsten und Landesbund für Vogelschutz kooperieren beim Quellschutz

Überzeugen sich vom Fortgang der Arbeiten (v.l.n.r.): Sirko Galz vom Landesbund für Vogelschutz; Karl Kuhbandner, Naturschutzbeauftragter der Bayerischen Staatsforsten und Winfried Pfahler; Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Fichtelberg
Am Glaserbach südlich von Fichtelberg engagieren sich die Bayerischen Staatsforsten und der Landesbund für Vogelschutz in einem gemeinsamen Projekt zum Schutz wertvoller Quellen und Bachoberläufe. Im Rahmen des Programms „Bayern Netz Natur“, das vom Bayerischen Umweltministerium koordiniert wird, sollen dort auf einer Fläche von ca. 500 ha zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt die Quellen und Bäche mit ihrer natürlichen Wald- und Gewässerdynamik besonders gefördert und soweit möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
„Wir planen in den Quellbereichen eine intensive Wiedervernässung“, so Karl Kuhbandner, der Naturschutzbeauftragte der Bayerischen Staatsforsten. „Bäche sollen wieder ihre natürliche Dynamik ausleben können, also beispielsweise bei Hochwasser über die Ufer treten. Künstliche Bauwerke wie Durchlässe und Brücken werden entfernt oder möglichst naturnah gestaltet.“
Im konkreten Beispiel lässt der Forstbetrieb Fichtelberg dichte Fichten-Forste fällen, die verhindern, dass Sonne auf die Quellbereiche und den Oberlaufs des Glaserbachs scheinen kann. „Zukünftig sollen dort in den Quellmooren und an den Bachufern gewässertypische Pflanzen wie Moose und Farne wachsen“, erläutert Winfried Pfahler, der Leiter des Forstbetriebs Fichtelberg.
Um Bodenschäden bei der Holzrückung zu vermeiden, beauftragte der Forstbetrieb eine Spezialfirma aus dem Allgäu, die die Bäume mit einem Seilkran halbschwebend aus dem Wald heraustransportiert.
Im kommenden Frühjahr wird im Übergangsbereich zum benachbarten Wald auf stabilen Böden eine neue Waldgeneration aus Schwarzerle und Tanne gepflanzt. „Wir rücken bewusst mit dem Wald zurück vom Bach“, so Winfried Pfahler „Damit begegnen wir auch einer möglichen Gewässerversauerung, um Fischen und anderen Wasserbewohnern gute Lebensbedingungen zu bieten.“
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