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Kulturgut vor dem Verfall gerettet

Das Ergebnis der Aktionswoche: Der renovierte Kaser samt gemähtem Hüttenumgriff.

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Alpenvereins-Freiwillige gemeinsam mit regionalen Handwerkern

Gemeinsam was bewegt - Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, regionale Handwerksbetriebe und das BaySF-Team packen zusammen an – Das Ergebnis: Ein historischer Kaser wird vor dem Verfall gerettet.

Insgesamt sieben Freiwillige des Deutschen Alpenvereins verbrachten Anfang Juli 2024 eine Arbeitswoche am Forstbetrieb St. Martin/Bayerische Saalforste. Untergebracht waren sie auf Hütten im Revier St. Martin. Der zuständige Revierleiter Daniel Trappmann und die Waldarbeiter Peter und Christian Fernsebner betreuten die Bergwaldbegeisterten aus ganz Deutschland.

Im Zentrum der Aktionswoche stand die Renovierung eines Kasers aus dem 19. Jahrhundert. Auf die Alm wurde bis vor wenigen Jahren Vieh aufgetrieben, das dort mehrere Wochen im Jahr verbrachte. Der Kaser ist den Saalforsten im Zuge einer Wald-Weide-Trennung zugefallen und war renovierungsbedürftig. Das alte Legschindeldach war baufällig geworden und das Fundament aus den Fugen geraten. Daher standen in der Woche zahlreiche Arbeiten für die Freiwilligen auf dem Programm: Den Steig zur Hütte freischneiden und instandsetzen, das alte Dach abdecken, das Hüttenfundament aufmörteln, und vieles mehr.

Regionale Zimmerer und Spengler, unterstützt durch unsere Waldarbeiter, die Freiwilligen und Pirschbezirkler waren anschließend im Einsatz, um das Dach neu einzudecken. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine trockene Hütte, die als Schutzhütte und jagdlicher Stützpunkt im schwer zugänglichen Schutzwaldbereich dient.

Im Laufe der Woche stand auch das Schwenden und die abschnittsweise Mahd der ehemals beweideten Almfläche im Umgriff des Kasers auf dem Programm. So soll der Offenlandcharakter der Wiese inmitten der umgebenden Saalforstwälder erhalten bleiben und auch zukünftig zahlreichen Insekten und Almblumen einen Lebensraum bieten. Die Wiesen-Pflege mit Freischneider, Sense, Rechen und schweißtreibender Handarbeit war das naturschutzfachliche Highlight für die Gruppe.

Als kleines Dankeschön für den wertvollen Einsatz im Saalforst gab es eine vom Forstbetrieb ein kleines Grillfest für die Alpenvereinsfreiwilligen.

Die Projektwochen in Zusammenarbeit mit Freiwilligen des Deutschen Alpenvereins, die von dort aus organisiert werden, finden schon seit vielen Jahren statt. Pro Jahr finden meist zwei bis drei Projektwochen am Forstbetrieb St. Martin statt.

Die bayerischen Saalforste dienten jahrhundertelang der Versorgung der Salinen in Bad Reichenhall mit Brennholz. Schon seit dem Mittelalter bezogen die Bayern Holz aus dem Pinzgau. In der Salinenkonvention von 1829, dem ältesten noch gültigen Staatsvertrag Europas, wurde Bayern als Grundeigentümer der Saalforste im Pinzgau zwischen Leogang und Unken festgeschrieben. Rund 18.500 ha Grund, wovon über 11.000 Hektar Wald sind, werden vom Forstbetriebssitz in St. Martin mit fünf Forstrevieren bewirtschaftet. Die Saalforste beschäftigen etwa 30 Mitarbeiter.